Kurzantwort

Eine Ortho-Digit-Orthese wird individuell aus Silikon angepasst und zwischen oder an den Zehen positioniert. Sie kann Druck und Reibung reduzieren, ersetzt aber nicht die Beurteilung der zugrunde liegenden Zehen- oder Fußfehlstellung.

Warum entstehen Druckstellen zwischen den Zehen?

Häufig liegen Zehen eng aneinander, überlappen sich oder sind durch Hammer- beziehungsweise Krallenzehen anders positioniert. Dadurch entstehen punktuelle Reibung und Druck. Enge oder vorne schmal geschnittene Schuhe können die Belastung zusätzlich erhöhen. Wiederkehrende Hühneraugen sind dann häufig ein Hinweis darauf, dass die mechanische Ursache weiter besteht.

Was ist Ortho-Digit?

Ortho-Digit bezeichnet individuell geformte Silikonorthesen für den Zehenbereich. Anders als ein Standardpolster werden sie direkt an die Form und das konkrete Druckproblem angepasst. Je nach Befund können sie Zehen voneinander trennen, eine empfindliche Stelle polstern oder Druck beim Gehen umverteilen.

Wie wird eine Silikonorthese angepasst?

Zuerst wird geprüft, an welcher Stelle Druck entsteht und welche Position entlastet werden soll. Das Silikon wird anschließend direkt passend modelliert. Nach dem Aushärten wird kontrolliert, ob die Orthese im Schuh genügend Platz hat und keine neue Druckstelle erzeugt. Bei Veränderungen oder Beschwerden sollte die Passform erneut geprüft werden.

Was gehört zusätzlich zur Behandlung?

Eine Orthese funktioniert am besten, wenn auch Schuhe und Belastung berücksichtigt werden. Ist der Vorfuß sehr eng im Schuh, kann selbst eine gute Orthese zu wenig Platz haben. Bei starken oder fortschreitenden Fehlstellungen kann zusätzlich eine orthopädische oder ärztliche Einschätzung sinnvoll sein.

Medizinischer Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Diagnose. Bei akuten Entzündungen, offenen Wunden, starken oder rasch zunehmenden Beschwerden sollte ärztlich abgeklärt werden.